12 Millionen Euro für Bluecode

PriNach der Wachstumsfinanzierung in Höhe von 11,2 Millionen Euro im Herbst 2018 und der diesjährigen EU Horizon 2020-Förderung von 1,9 Millionen Euro sichert sich die europäische Mobile-Payment-Lösung Bluecode nun ein weiteres Investment über 12 Millionen Euro. Die Risikokapitalgeber der aktuellen Finanzierungsrunde sind dieselben branchennahen Family Offices aus Europa, die schon 2018 für die Wachstumsfinanzierung verantwortlich zeichneten.

„Seit dem Start von Apple Pay und Google Pay ist das Interesse an unserer Mobile-Payment-Lösung dramatisch gewachsen“, erklärt Bluecode-CEO Christian Pirkner. Für viele Teilnehmer in der Banken- und Handelsbranche sei nun offensichtlich, wie ihr Geschäftsmodell durch außereuropäische Drittanbieter in Gefahr gerät. Mit den zusätzlichen Mitteln will sich der Payment-Dienstleister dafür einsetzen, dass Bank- und Handelspartner ihren Endkunden schneller sicheres Bezahlen per Smartphone auf Basis europäischer Regeln bieten können.

Fokus auf Bank- und Händler-Integration, Mehrwertplattform und internationale Expansion

Den Hauptanteil des Wachstumskapitals wird Bluecode für drei Kernbereiche einsetzen: „Erstens schaffen wir damit für europäische Banken die Möglichkeit, in wenigen Wochen dem Bluecode-Netzwerk beitreten zu können. Mit Hilfe der PSD2-Schnittstellen ermöglichen wir es der europäischen Kreditwirtschaft ohne großen technischen Aufwand, Bluecode als Mobile-Payment-Lösung in ihre Banking-App und das Kernbankensystem zu integrieren“, erklärt Pirkner. „Zweitens, für den Ausbau unserer Mehrwertplattform, vergleichbar mit den Mehrwert-Apps, die es bei den asiatischen Mobile-Payment-Lösungen zu erleben gibt. Um die Kundenreise in der Banking-App zu halten, wird es unumgänglich sein, damit auch Angebote wie Tickets für den öffentlichen Nahverkehr, Parkplätze, Kulturtickets, E-Scooter, Hotels, Autos und mehr buchen zu können. Und drittens, für die grenzübergreifende Expansion von Bluecode durch Partnerschaften mit führenden Mobile-Payment-Lösungen inner- und außerhalb Europas. Jede System-Partnerschaft mit einer weiteren, auf einem optischen Scan basierenden Payment-Lösung vergrößert das Netz der Akzeptanzstellen bei Händlern, Gastronomie und Hotellerie für beide Parteien. Wir werden aktiv daran mitwirken, ein dichtes optisches Zahlungsnetzwerk im Sinne aller Beteiligten zu schaffen“, sagt Christian Pirkner. Ein weiterer Teil der Wachstumsfinanzierung ist für Expansionsprojekte in neuen Märkten außerhalb Europas vorgesehen.

Die Uhr tickt für europäische Alternative zu Apple Pay, Google Pay & Co.

Hintergrund der Bestrebungen von Bluecode ist die steigende Abhängigkeit Europas von außereuropäischen Bezahldiensten, wie auch der aktuelle Start von Apple Pay bei weiteren Banken in Deutschland und Österreich zeigt. Von EZB und Deutscher Bundesbank abwärts mehren sich Forderungen nach einer europäischen Alternative für den mobilen Zahlungsverkehr von mehr als 500 Millionen Einwohnern. „Unsere Investoren teilen unsere Überzeugung, dass Europas Bürger, Banken und der Handel dringend eine alternative Lösung für mehrwertbasiertes mobiles Bezahlen ‚made in Europe‘ brauchen. Diese Lücke will Bluecode zusammen mit seinen Bankpartnern füllen. Denn seit dem PSD2-Start am 14. September 2019 ist es für außereuropäische Drittanbieter noch leichter, die Kundenschnittstelle der Banken für mobiles Bezahlen zu besetzen. Banken dürfen wegen eines kurzfristigen Hypes nicht diese Customer Journey aufs Spiel setzen! Wenn die mobile Kundenbeziehung einmal an fremde Anbieter verloren ist, sind langfristig die Erträge der Banken und die gesamte Wertschöpfungskette europäischer Unternehmen in Gefahr“, warnt Pirkner.

Neue Co-Branded Apps für iOS und Android mit Banken gestartet

Bluecode unterstützt Banken und Handelskonzerne daher, ihre eigenen Mobile-Payment-Lösungen für iPhones und Android-Smartphones umzusetzen, um die Datenhoheit über sensible Kundeninformationen zu behalten und wieder an der Wertschöpfung im mobilen Zahlungsverkehr teilzunehmen. Vor Kurzem sind die ersten, gemeinsam mit Banken umgesetzten Co-Branded Apps „Raiffeisen Bluecode“ und „BKS Bluecode“ gestartet, weitere österreichische und deutsche Banken folgen. Beim Bezahlvorgang lässt der User den angezeigten blauen Barcode an der Registrierkasse scannen, der Betrag wird direkt vom Girokonto des Users bei der Hausbank abgebucht. Weder der Name des Kunden noch seine Kontonummer verlassen jemals das Rechenzentrum der teilnehmenden Banken.

(Credit: Blue Code International)