Bahn-Urteil: Lastschrift muss EU-weit gelten

(Credit: Deutsche Bahn)

Die Deutsche Bahn muss auch Kunden mit Sitz im Ausland den Kauf von Tickets per SEPA-Lastschrift ermöglichen. Das entschieden jetzt die Richter am Europäischen Gerichtshof (EuGH). Geklagt hatte der Verein für Konsumenteninformation (VKI) aus Wien – und zwar durch alle Instanzen (Rechtssache C-28/18). Die Verbraucherschützer sahen es als Umgehung der SEPA-Verordnung an, wenn der Empfänger einer Lastschrift das Land des Zahlungskontos vorgibt.

Der EuGH schloss sich dieser Rechtsauffassung an. Die Deutsche Bahn müsse zwar generell keine Lastschrift als Payment-Option anbieten, heißt es sinngemäß in der Urteilsbegründung. Wenn sie es aber tue, dann müsse diese Option EU-weit verfügbar sein. Andernfalls schreibe die Bahn ihren Kunden indirekt die Wahl ihres Wohnorts vor. 

Ob die Bahn ihr Lastschrift-Angebot nun tatsächlich EU-weit ausrollt, ist aber noch offen. Man werde das Urteil sorgfältig prüfen, ließ die Beklagte wissen. Man strebe eine Lösung an, die sich insbesondere nicht auf die eigenen Bestandskunden auswirke, zitiert die FAZ einen Sprecher.