EU-Kommission nimmt Apple Pay ins Visier

Die NFC-Funktion des iPhones, die Apple allein seinem einzigen Bezahldienst Apple Pay zur Verfügung stellt, lässt jetzt offenbar die EU-Kommission aufhorchen. 

Die Wettbewerbshüter der EU haben einem Bericht von Heise.de zufolge damit begonnen, den Markt für mobile Bezahldienste in Europa genauer unter die Lupe zu nehmen. Besonders ins Fadenkreuz scheint dabei Apple geraten zu sein. Dem Medienbericht nach wurden Banken, Bezahldienstleister und App-Firmen zu Apple Pay und den Bezahlschnittstellen im App-Store befragt.

Gegenüber „Mlex“ bestätigte ein Sprecher der EU-Kommission, dass man die Entwicklung mobiler Bezahldienste und das Verhalten der daran beteiligten Marktteilnehmer im Hinblick auf mögliche wettbewerbsfeindliche Praktiken aktiv beobachte. Weitere Details oder gar Namen wurden nicht genannt.

Wie Heise.de mutmaßt, könnte die NFC-Funkfunktion bei den Wettbewerbshütern für Stirnrunzeln sorgen. Denn Apple sei der einzige Bezahldienst, der die Nahfunktechnologie auf Geräten nutzen dürfe, für Banking- und Wallet-Apps anderer Anbieter sei der NFC-Zugriff durch iOS gesperrt. Das sorgte unter anderem für schlechte Stimmung bei den Sparkassen, die die NFC-Schnittstelle nutzen wollten, um einen eigenen Bezahldienst aufs iPhone zu bringen. Auch die dänische Wettbewerbsbehörde drang bereits im August 2018 darauf, dass Apple die NFC-Schnittstelle des iPhones auch für andere Anbieter freigeben müsse.

Anfang 2019 legte dann der Streaming-Dienst Spotify Beschwerde gegen Apple bei der EU-Kommission ein, weil Apple keine Dritt-Bezahldienste für Einkäufe in Apps duldet – und so bis zu 30 Prozent an digitalen Inhalten mitverdient.

(Bildcredit: Apple)