Ist Apple Pay am Online-Handel vorbei entwickelt?

Die erste Euphorie an Apple Pay ist verflogen. Launch-Partner Zalando hat die Zahloption wieder aus seinem Shop geschmissen. Und auch andere Händler äußern Kritik.

Als Apple am 11. Dezember 2018 seinen Payment-Service Apple Pay in Deutschland startete, klang dies wie der Aufbruch in eine völlig neue Ära des Bezahlens. Der Zuspruch der Apple-Jünger war riesig: Bei der Direktbank Comdirect schoss die Zahl der Registrierungen bereits am ersten Tag in den fünfstelligen Bereich und übertraf die Erwartungen in der Quickborner Zentrale. Bei der Deutschen Bank ist der Kreditkartenbestand vier Wochen nach dem Start bereits um sieben Prozent gewachsen.

Launch-Partner Zalando gibt nach drei Monaten auf

Doch jetzt gibt es erste Zweifel an dem neuen Wunderzahlungsmittel. Der Berliner Modeversender Zalando beendet drei Monate nach dem Start die Zusammenarbeit mit dem Apfelkonzern und schaltet Apple Pay in seinem Webshop wieder ab. Gegenüber der Internet-Zeitschrift „t3n“ begründete eine Zalando-Sprecherin den Schritt damit, dass sich mit Apple Pay simple Erwartungen der Kunden an ein gutes Online-Einkaufserlebnis nicht erfüllen ließen. Die Wahl unterschiedlicher Versandarten, die Lieferung an Packstationen oder Paketshops sowie das Einlösen von Gutscheinen und Geschenkkarten sei mit Apple Pay nicht möglich, heißt es aus Berlin.

Was bei Zalando als Maßnahme für besseren Kundenservice angesehen wird, stößt bei den Zalando-Kunden selbst allerdings sauer auf. „Nicht euer Ernst“ oder „Andere Händler schaffen es doch auch“ ist bei Twitter zu lesen, wo Zalando zuerst das Aus für Apple Pay ankündigte. Vor allem warum das Einlösen von Gutscheinen und Geschenkkarten nicht möglich sei und was Apple Pay mit der Wahl der Versandart zu tun habe, stößt bei Experten auf Unverständnis. Man müsse doch nur das Einlösen von Gutscheinen im Checkout früher abwickeln, so der Rat der Fachleute.

Auch andere Händler machten schlechte Erfahrungen

Von Händlerseite allerdings bekommt Zalando Rückendeckung. Denn auch der Online-Händler Human Blood hat Apple Pay wieder aus dem Zahlungsportfolio gekickt: „Wir haben #ApplePay auch nicht mehr und können #Zalando da ganz gut verstehen“, lässt der Händler über Twitter verlauten. Apple mache es einem nicht gerade einfach, die Zahlart anzubieten. Gerade da man die Domain alle drei Monate bestätigen müsse, was aktuell technisch bei Apple nicht klappe und es auch keinen Support gebe, lautet das Fazit des Händlers: „Apple=SCHULD“.

Neben Zalando und Human Blood haben auch E-Commerce-Anbieter wie Flixbus, Deliveroo oder Cyberport Apple Pay in ihren Webshop integriert. Statements zu ihrer Zufriedenheit mit dem Apfelkonzern sind bereits angefragt.