Payone-Mitgründer planen ihren Abschied

Stühlerücken in der Geschäftsführung von Payone: Mitgründer Jan Kanieß geht nach 17 Jahren. Roland Schaar rückt nach. Auch der zweite Mitgründer Carl Frederic Zitscher plant für das erste Halbjahr 2020 seinen Abgang.

Es rumpelt in der Geschäftsführung von Payone. Wie das Aquire-Joint-Venture von Ingenico und den Sparkassen mitteilt, wurde Roland Schaar (siehe Foto) zum neuen Mitglied der Geschäftsführung und zum Chief Technology Officer (CTO) berufen. Er folgt Payone-Mitgründer Jan Kanieß nach, der das Unternehmen nach 17 Jahren auf eigenen Wunsch verlässt. 

Darüber hinaus will Finanz-Szene.de aus exklusiven Kreisen erfahren haben, dass auch Mitgründer Carl Frederic Zitscher für das erste Halbjahr 2020 seinen Abschied plant. Er galt als das offizielle Gesicht von Payone – unter anderem gegenüber den Online-Händlern.

Schaar wechselt von der 4Finance Group zu Payone. Bei dem global agierenden Fintech-Unternehmen war er seit 2017 als Chief Technology Officer tätig. Der ausgewiesene Technologie-Experte bringt rund 23 Jahre an Erfahrung in IT-affinen internationalen Unternehmen aus dem Payment- und Finanzbereich mit. Seine Karriere startete der Diplom-Ingenieur nach Abschluss des Studiums an der Karl-Franzens-Universität sowie der Technischen Universität Graz (Österreich) im IT-Consulting bei der Management- und Technologieberatung Accenture. Es folgten Stationen in führenden IT-Positionen bei der Österreichische Volksbanken AG sowie auf CIO- und CTO-Ebene innerhalb der Paysafe Group plc.

Neue Impulse für die IT

Schaar wird in seiner Funktion als CTO für die Verschmelzung der unterschiedlichen IT-Plattformen, die Sicherstellung des IT-Betriebes und den Ausbau der IT-Infrastruktur verantwortlich sein. Darüber hinaus gehören Digitalisierung und die Migration aller Produkte zu seinen Aufgaben. „Als Zahlungsdienstleister bildet die IT das Herzstück unseres Unternehmens. Dazu gehören im Zuge der allgegenwärtigen Digitalisierung kontinuierliche technologische Innovationen. Roland wird uns unterstützen, diese digitale Transformation konsequent in jedem Bereich der neuen Payone umzusetzen“, sagt Payone-CEO Niklaus Santschi.

Dass beide Mitgründer auf dem Sprung sind, kann ein Indiz dafür sein, dass man mit dem Kurs des Haupteigners Ingenico nicht mehr übereinstimmt. Kanieß und Zitscher hatten Payone Anfang 2000 als Payment-Anbieter für den Online-Handel gegründet. 2015 wurde das Unternehmen durch die Sparkassen-Tochter BS Card Service übernommen. Diese allerdings verkaufte ihre Anteile 2017 allerdings an den französischen Anbieter Ingenico mit der deutschen Tochter Easycash. 

Payone wickelt für seine rund 365.000 Kunden in der DACH-Region mehr als 2,5 Milliarden Transaktionen pro Jahr ab. Überdies hält das Unternehmen mit seinen über 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an acht Standorten zahlreiche Mehrwert-Services bereit, die weit über das klassische Payment-Geschäft hinausgehen. Zu den Kunden zählen beispielsweise Zalando, Immonet.de, Sony Music, Hagebaumarkt und Mister Spex.

(Bildquelle: Payone)