Studie: SCA-Einführung könnte Händler 57 Milliarden Euro kosten

(Credit: Apple)

57 Milliarden Euro könnte die Einführung der neuen Bezahlrichtlinie SCA den europäischen Online-Handel kosten, hat der Bezahldienst Stripe ausgerechnet. Denn Kunden erwarten einen einfachen Checkout und brechen den Kauf ab, wenn es zu kompliziert wird. Weil 74 Prozent der Verbraucher von den neuen SCA-Anforderungen noch überhaupt nichts wissen, werden sie entsprechend irritiert reagieren, wenn von ihnen eine Zwei-Faktor-Authentifizierung verlangt wird.

Auch die europäischen Händler sind überraschend schlecht auf die neue Richtlinie vorbereitet, die bereits am 14. September in Kraft tritt. Demnach fühlen sich nur 40 Prozent der Unternehmen auf die Anforderungen vorbereitet. 44 Prozent erwarten, zum Stichtag den Anforderungen zu genügen.

Vor allem kleine Unternehmen hadern mit den Neuerungen. Laut der Studie kennen sich drei von fünf Firmen mit unter 100 Mitarbeitern mit SCA entweder überhaupt nicht aus oder sind unsicher, wann sie die neuen Regeln umgesetzt haben werden. Bei den großen Händlern mit über 5.000 Angestellten zeigt sich nur einer von 25 Payment-Verantwortlichen derart unbedarft.

Eine Reihe von Unternehmen will auch die Transaktionen, für die SCA erforderlich ist, reduzieren. Bei niedrigeren Summen unter 30 Euro und wiederkehrenden Zahlungen ist die neue Betrugsabwehrmaßnahme nicht vorgeschrieben. Viele Unternehmen scheinen die Komplexität des Themas auch zu unterschätzen. Jeder zweite Händler will die SCA-Anforderungen inhouse umsetzen. Doch die sind tricky. So sind Zahlungen unter 30 Euro zwar von SCA-Vorkehrungen befreit. Allerdings verlangt die Bank des Kunden SCA, wenn mehr als fünf Transaktionen unter 30 Euro getätigt wurden oder die Gesamtsumme 100 Euro überschreitet.

Für die Studie führte das Marktforschungsinstitut 451 Research Interviews mit 500 qualifizierten Payment-Spezialisten bei Online-Unternehmen und 1.000 Konsumenten in UK, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Spanien durch.