KKR kauft Heidelpay

Dass der Heidelpay-Investor Anacap seine 2017 gekauften 60-Prozent-Anteile an dem Payment-Dienstleister gerne versilbern würde, wurde bereits Ende April publik. Jetzt wurde der Deal eingetütet. Der New Yorker Finanzinvestor KKR soll die nächste Wachstumsphase von Heidelpay finanzieren. Der Kaufpreis soll bei 600 Millionen Euro liegen, will die „Financial Times“ aus Insiderkreisen erfahren haben. Die Unternehmen selbst haben über den Kaufpreis Stillschweigen vereinbart. 

Heidelpay wurde 2003 gegründet und betreut derzeit mehr als 30.000 Händler und Plattformbetreiber mit Fokus auf KMUs und größere Unternehmen. Bis zum Einstieg von Anacap positionierten sich die Heidelberger als einer der verbliebenen mittelständischen B2B-Zahlungsdienstleister in Deutschland. Seit 2017 allerdings fährt der Wirecard-Konkurrent einen scharfen Wachstumskurs – der vor allem durch Übernahmen realisiert wurde. So schnappte sich Heidelpay im Oktober 2017 die Hamburger StarTec Payment & Service, im Mai 2018 folgte Avanti Technology Graf.  Ende Januar schnappte sich Heidelpay den Frankfurter Inkasso-Spezialisten Universum und Ende Februar den POS-Spezialisten Alpha-Cash. Inzwischen beschäftigt die Firma mehr als 400 Mitarbeiter und peilt 2019 laut „FT“ einen Vorsteuergewinn von rund 40 Millionen Euro an.

KKR soll Heidelpay dabei unterstützen, den Marktanteil entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Zahlungsverkehrs organisch wie auch durch strategische Zukäufe auszubauen und damit die Wachstumsstrategie weiter fortzuschreiben. Außerdem wird KKR das Unternehmen bei der zukünftigen Entwicklung der Technologieplattform und seiner Produkte unterstützen. Mirko Hüllemann erklärt: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, ein Marktführer im Bereich der Omni-Channel-Zahlungsabwicklung in der DACH-Region zu werden. Mit der Unterstützung von AnaCap haben wir dieses Ziel innerhalb kürzester Zeit erreicht. Wir freuen uns nun sehr, den renommierten globalen Investor KKR für die Unterstützung in der nächsten Phase unserer Wachstumsstrategie gewonnen zu haben. Mit der langjährigen Erfahrung in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Technologie und seinem internationalen Netzwerk wird KKR uns dabei helfen, noch größere Kunden anzusprechen und die Zahlungslandschaft weltweit mitzugestalten.“

Die Transaktion wird voraussichtlich im ersten Quartal 2020 abgeschlossen sein, vorbehaltlich der Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), der Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF) und der Erfüllung üblicher Abschlussbedingungen.