Lidl startet eigene mobile Zahlungslösung

(Credit: Lidl)

Der Lebensmittel-Discounter Lidl erweitert seine Kundenbindungs-App „Lidl Plus“ um eine eigene mobile Bezahllösung. Wie die „Lebensmittel Zeitung“ (Bezahlschranke) meldet, testet das Unternehmen seine proprietäre Lösung „Lidl Pay“ derzeit in Spanien. Danach soll Lidl Pay in allen Ländern  eingeführt werden, wo „Lidl Plus“ in Betrieb ist, also neben Spanien auch in Dänemark, Österreich, Polen und Teilen Deutschlands. Bis zum Jahr 2020 sollen die Lidl-Kunden hierzulande bundesweit die App nutzen können. Technisch funktioniert die Bezahlung über den Scan eines QR-Codes. Zur Autorisierung reicht ein Fingerabdruck oder die PIN. Anschließend werden die Bezahldaten übertragen, etwaige Rabatte abgezogen und ein elektronischer Kassenzettel verschickt.

Mit Lidl Pay springt der Discounter den großen Hightech-Konzernen wie Apple oder Google in die Parade, die mit mobilen Zahlungslösungen den Zugang zum Kunden noch stärker als bisher bestimmen und zusätzliche Daten sammeln wollen. Um ihre Kundenbeziehungen nicht gänzlich an die GAFAs dieser Welt zu verlieren, starten Händler und Banken eigene Payment-Angebote. Dafür kassierte Lidl allerdings auch schon erheblich Kritik. Nach der Vorstellung der Kundenbindungs-App Mitte Juni schimpfte der baden-württembergische Landesdatenschutzbeauftragte Stefan Brink, die digitale Kundenkarte sei ein weiterer Schritt hin zum gläsernen Kunden. „Wir werden uns Informationen zu dieser App für das Mobiltelefon kommen lassen“, sagte er gegenüber dem „Tagesspiegel“.

Konkret sammelt Lidl mit der App die besuchte Filiale, die erworbenen Produkte nach Art, Menge und Preis, die eingelösten Coupons, die Bon-Summe sowie den Zeitpunkt des Bezahlvorgangs und den Typen der verwendeten Zahlungsmittel, heißt es in den Datenschutzbestimmungen. Zudem registriert der Discounter bei jeder Nutzung der App unter anderem angeschaute und aktivierte Coupons, das Klickverhalten sowie die eigene Stammfiliale.

Lidl ist aber nicht der einzige deutsche Händler, der mit einer eigenen Payment-App um die Hoheit über die Kundendaten kämpft. Wie Business Insider bereits im November berichtete, arbeiten auch Edeka und Rewe auf Basis von Instant Payments an ähnlichen Projekten. Damals hieß es, dass bereits im Sommer erste Piloten starten sollen.