Studie: Deutsche hinken bei Mobile Payment hinterher

(Credit: Apple)

Mobile Payment fristet in Deutschland noch ein Schattendasein, zeigt eine aktuelle Studie von PwC. Nur die jüngeren zücken inzwischen bereitwillig ihr Smartphone zum Bezahlen.

Im internationalen Vergleich nutzen die Deutschen mobile Zahlverfahren wesentlich seltener als Menschen in anderen europäischen Ländern. Zu diesem Schluss kommt die Studie „Mobile Payment Report 2019“, (https://www.pwc.de/de/digitale-transformation/pwc-studie-mobile-payment-2019.pdf), für die die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC 1.000 Deutsche und je 500 Menschen aus Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien und der Türkei befragte.

Während in Deutschland nur ein Viertel der Bundesbürger quer durch alle Altersgruppen angibt, regelmäßig oder ab und zu mobil über das Smartphone oder Tablet zu bezahlen, sind es in der Türkei fast zwei Drittel. In den Niederlanden und in Belgien nutzt rund die Hälfte der Verbraucher Mobile Payment. In Österreich und der Schweiz sind es immerhin 32 bzw. 35 Prozent der Befragten.

Fast jeder zweite unter 30 zahlt mobil

Allerdings ist es in Deutschland auch eine Generationsfrage, ob das Smartphone beim Bezahlen gezückt wird. Denn bei den unter 30-Jährigen sind es bereits 46 Prozent, die Mobile Payment nutzen. Bei den über 60-Jährigen liegt die Quote bei zwölf Prozent. Und es gibt auch für die Zukunft Hoffnung: In fünf Jahren wollen 57 Prozent aller Deutschen ihre Zahlungen mobil abwickeln. 41 Prozent der Bundesbürger können sich sogar vorstellen, künftig ausschließlich per Smartphone zu bezahlen – wenn die Methode dann sicher und überall akzeptiert ist.

Am ehesten nutzen die Deutschen ihr Smartphone, um für Kleidung, Schuhe und Accessoires zu bezahlen oder Geldbeträge an andere Personen zu überweisen. Bei den unter 30-Jährigen transferieren beispielsweise bereits 31 Prozent Geld über das Smartphone oder Tablet an andere Menschen. In Zukunft können sich viele Verbraucher auch vorstellen, Bahntickets oder Essen/Getränke in Restaurants, Bars oder Hotels mobil zu begleichen.

Datenschutzbedenken hemmen den Durchbruch

Argumente, die für die deutschen Verbraucher gegen eine Nutzung von Mobile Payment sprechen, sind in erster Linie die Bedenken rund um den Datenschutz: 77 Prozent haben Sorge, dass ihr Handy gestohlen und mit Mobile Payment Missbrauch getrieben wird. 74 Prozent haben Angst, dass sie zum gläsernen Kunden werden. 69 Prozent befürchten zudem, dass die Nutzung mobiler Bezahlarten sie zu einem schnelleren Kauf verleitet. 

Als Payment-Anbieter ihrer Wahl sehen die Deutschen am ehesten die eigene Hausbank. Alternativen Zahlungsmethoden der großen Technologieanbieter stehen sie eher skeptisch gegenüber. Rund die Hälfte der Deutschen gibt an, dass die Anbieter alternativer Zahlungsmethoden oder Technologieunternehmen für sie keine Alternative zu den etablierten Banken darstellen. Der Grund: Sie trauen diesen Anbietern nicht zu, dass ihre Daten dort sicher sind.