Valora testet kassenloses Flächenkonzept

(Credit: Valora)

„Avec X“ ist Valoras Interpretation von Amazon Go für die Schweiz – aber in der Light-Version. Zwar gibt es keine Kassen, aber der Zürcher E-Commerce-Berater Thomas Lang ist trotzdem alles andere als begeistert.

Von 6. bis 22. April testet das Schweizer Handelsunternehmen Valora im Rahmen eines Pop-Up-Shops am Züricher Hauptbahnhof einen kassenlosen Convenience Store. Der Zugang, der Einkauf und die Bezahlung in dem „Avec X“ genannten Laden werden über die Avec-App gesteuert. Der neue Shop will durch ein komfortables Einkaufserlebnis punkten, das der Kunde in seinem eigenen Tempo und auch jenseits üblicher Ladenöffnungszeiten – nämlich von Freitag ab 4.30 Uhr bis Montag um 0.30 Uhr – genießen kann.

Um bei „Avec X“ einzukaufen, müssen Kunden die Avec-App auf ihr Smartphone herunterladen, sich in der App registrieren und können dann den Laden betreten, indem sie einen QR-Code scannen. Wollen sie Produkte kaufen, scannen sie sie mit ihrem Mobilgerät und packen es anschließend in ihren Einkaufswagen. Am Ende wird auch über die App bezahlt.

Größerer Rollout für die Schweiz geplant

Zur Rush-Hour in den Morgen- und Abendstunden sollen Mitarbeiter den Einkäufern bei Fragen zur Seiten stehen und die Regale aufstocken. Auch wenn der erste „Avec X“ am 22. April schon wieder schließt – eine Einmalfliege soll das Konzept nicht werden. Schon für das Frühjahr ist eine weitere Avec Box am Bahnhof Wetzikon geplant. Anschließend soll das Konzept auch in weitere Gegenden der Schweiz ausgerollt werden. Zunächst jedoch will Valora Erfahrungen sammeln, die dann in die Weiterentwicklung einfließen.

Zeitgleich zum Avec X-Shop startet Valora in Zürich auch den „Avex X Future Store“. Dieser soll als Innovation Lab für das Einkaufserlebnis der Zukunft dienen. Kunden werden hier laufend die neuesten Trends in Sachen Food Convenience präsentiert. Zudem werden digitale Einkaufserlebnisse wie neue Bezahloptionen oder personalisiertes Shopping getestet.

Der Schweizer E-Commerce-Berater Thomas Lang von Carpathia Consulting hat seine Ortsnähe genutzt und Avec X schon getestet. Sein Fazit fällt nüchtern aus: „Die einzige Gemeinsamkeit mit Amazon Go ist, dass der Zugang zum Ladenformat über eine App erfolgt. Das war’s dann auch schon. Der Rest ist eigentlich nicht mehr als eine (Ent)Täuschung. Dass ich im Laden alle meine Artikel mit einem Handy selber einscanne, kennt man seit Jahren von Coops Passabene oder Migros‘ Subito.“